Tag 54 – Blogeinträge und Harajuku

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Heute wurde ich gegen 6 Uhr von meinem Handy geweckt, das komplett verrücktgespielt hat: mehrfaches Brummen, Vibrieren und Piepen – vermutlich eine Erdbebenwarnung. Später habe ich die Meldung auch gesehen, aber wirklich gespürt habe ich nichts.

Im Halbschlaf habe ich dann einige meiner Freunde im Discord gesehen und bin spontan zum Gespräch dazugehüpft. Wir haben uns fast eine Stunde unterhalten, was überraschend gut getan hat. Danach habe ich das Handy wieder ausgeschaltet und mich nochmal hingelegt – es waren ja gerade mal vier Stunden Schlaf.

Meine Nächte werden hier ohnehin immer länger. Selbst nachts gibt es noch unglaublich viel zu sehen, und wenn man erst gegen 10 oder 11 Uhr aufsteht, kann man statt nur bis 7 oder 8 eben auch problemlos bis Mitternacht draußen unterwegs sein. Oft merkt man gar nicht, wie die Zeit vergeht, weil es ab halb fünf ja sowieso schon dunkel ist.

Der Unterschied zu Nürnberg ist dabei enorm. Hier leuchtet einfach alles: Neonlichter, normale Werbung, riesige Displays, beleuchtete Gebäudekanten – überall dieses wunderbare, fast schon futuristische Leuchten. Das erinnert mich direkt an ein Bastelprojekt, das mir schon länger im Kopf herumspukt: eine farbig leuchtende Skyline von Tokyo als 3D-Holz-Wandbild für zuhause.

Den kompletten Vormittag habe ich damit verbracht, in einem Café Blogeinträge nachzuschreiben und aufzuholen. Am Nachmittag bin ich dann einfach in die Yamanote Line gestiegen und irgendwo ausgestiegen, wo ich mir dachte: „Das schaust du dir jetzt einfach mal an.“
Es wurde Harajuku.

Ich bin quer durch die Straßen gelaufen, natürlich auch durch die Takeshita Street, habe mir irgendwo ein Crêpe geholt und einfach die Atmosphäre genossen. Auf dem Weg bin ich am Tōgō-jinja und später auch am Meiji-jingū vorbeigekommen.

Eigentlich wollte ich noch in den Yoyogi-Park, aber der war so überlaufen – inklusive riesiger Schlangen von Menschen, die rein oder raus wollten –, dass ich spontan keine Lust mehr darauf hatte.

Irgendwann bin ich an einem Gymnasium beziehungsweise einer Sporthalle vorbeigekommen, die sehr erhöht auf einer Plattform gebaut war – fast wie eine kleine Burg. Von dort aus hatte man einen wunderbaren Blick über den Stadtteil, genau zum Sonnenuntergang. Ein richtig schöner, unerwarteter Moment.

Danach bin ich noch weiter durch die Straßen gezogen, bis ich am Ende irgendwann in Shibuya gelandet bin. Dort habe ich das Pokémon Center Shibuya entdeckt, das sich in einem riesigen Einkaufszentrum befindet. Und nicht nur das: In dem Gebäude sind auch nahezu alle großen Nintendo-Brands vertreten – mit Shops zu Zelda, Animal Crossing und Super Mario. Dazu kommen Capcom, Monster Hunter sowie mehrere Manga- und Anime-Läden, unter anderem zu JoJo’s Bizarre Adventure und Shōnen Jump mit Titeln wie One Piece.

Teilweise hatten diese Läden drei bis fünf geöffnete Kassen, an denen jeweils etwa 30 Minuten Wartezeit herrschte. Es wurde dort wirklich unglaublich viel Merchandise verkauft, und allein das Beobachten war schon ein Erlebnis für sich.

In dem Einkaufszentrum habe ich mir dann auch etwas zum Abendessen gesucht und gefunden. Anschließend habe ich den Tag schließlich mit einem Spaziergang durch bisher ungesehene Straßen beendet – durch die bunt beleuchtete Nacht von Tokio.

Ein ruhiger, ungeplanter Tag. Aber genau das hat ihn richtig gut gemacht.

Sorry das die letzten Updates so lange gebraucht haben, ich konnte mich bis jetzt nicht richtig überwinden nochmal die letzten 5 Stunden Arbeit reinzustecken. Ab irgendeinen Punkt wurde dieser Reiseblog wirklich Arbeit.

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