Heute ging es schon um 9 Uhr früh los – auf nach Otaru, eine kleine Stadt westlich von Sapporo.
Während der Fahrt sind wir direkt am Meer vorbeigekommen, was ich unbedingt filmen musste – der Anblick war einfach zu gut.
In Otaru angekommen, bin ich zuerst zum Anfang des Otaru-Kanals gegangen und ihn dann von Anfang bis Ende entlanggelaufen. Danach wollte ich mir das Eisenbahnmuseum anschauen. Es soll etwas schöner und größer sein als das in Sapporo – dafür kostet es allerdings Eintritt. Nur hatte es heute leider geschlossen … mhh, war ja auch Sonntag. 😅











Wobei man den Sonntag in Japan im Gegensatz zu Deutschland kaum merkt. Mindestens die Hälfte der Läden hat geöffnet, und nur bei manchen Fachgeschäften oder an der Zahl der Schüler auf der Straße bemerkt man den Unterschied. Auch am Sonntag tragen viele Schüler:innen beim Rausgehen ihre Schuluniform, obwohl einige in Freizeitkleidung unterwegs sind.
Ein Teil der Mädchen scheint hier – wie überall auf der Welt – dem Motto zu folgen: Aussehen über Komfort. Bei Temperaturen unter 7 °C waren viele mit kurzem Rock oder Hotpants draußen unterwegs. Ich bin ja wirklich kälteresistent, aber da ziehe ich meinen Hut – Respekt.
Später habe ich eine kleine Eisenbahnschiene entdeckt, auf der gerade etwas aufgebaut wurde – was genau, konnte ich nicht erkennen. Dafür gab es in der Umgebung wieder wunderschöne Kanaldeckel und viele alte Gebäude, die Otaru ihren besonderen Charme verleihen.





Anschließend bin ich zum – wie schon erwähnt – geschlossenen Eisenbahnmuseum gegangen und habe, nachdem dort nichts zu machen war, kurzerhand den nächsten Bus in Richtung Stadtzentrum genommen. Nach einem kleinen Mittagessen ging es dann weiter zum Mt. Tengu.
Dem Namen entsprechend gibt es dort ein kleines Tengu-Masken Museum mit über 400 Masken – beeindruckend!


















Tengu (天狗) sind Fabelwesen aus der japanischen Mythologie und gehören zu den Yōkai (übernatürlichen Wesen) oder manchmal auch zu den Kami (Göttern).
Das Wort „Tengu“ bedeutet wörtlich „Himmels-Hund“, stammt ursprünglich aus China, hat sich aber in Japan stark verändert. In alten Legenden wurden Tengu zuerst als gefährliche, vogelartige Dämonen beschrieben, die Menschen in die Irre führten oder Priester prüften, die zu stolz waren.
Tengu leben meist in den Bergen und Wäldern und gelten als Beschützer dieser Orte. Sie sind Meister im Kampf und in der Schwertkunst, manchmal Lehrer von Kriegern oder Mönchen – aber auch Trickster, die Arroganz bestrafen.
Nachdem ich am Abend noch ein paar Nachtaufnahmen gemacht hatte, gab es einen kleinen „Mir-geht’s-gut“-Anruf nach Hause. Danach ging es zurück in die Stadt – und schließlich wieder nach Sapporo.


