Heute habe ich meinen Tag schon früh um 7 Uhr gestartet und zuerst meinen Blogeintrag geschrieben. Eine kleine Recherche, was ich alles brauche, um ein Paket nach Hause zu schicken, hat mir dann wieder gezeigt, wie viel unnötige Arbeit so etwas hier bedeuten kann. Ich hatte schon alles vorbereitet – nur um herauszufinden, dass heute ein nationaler Feiertag ist und die Post daher geschlossen hat.
Gegen 11 Uhr ging es dann erneut nach Otaru, wo ich perfekt zur Mittagszeit angekommen bin. Ich habe mir etwas beim Bäcker geholt, der – im Gegensatz zu vielen anderen – tatsächlich richtige Brötchen anbietet. Die waren richtig lecker, selbst ohne irgendetwas drauf und die Speckstange war auch super.

Erster Punkt heute war erneut das Eisenbahnmuseum, und diesmal hatte es tatsächlich geöffnet. Ich habe die komplette Museums-Tour mitgemacht: Angefangen mit einer kleinen Dampflok-Rundfahrt (oder eher Demonstration), ging es weiter durch das Eisenbahndepot und schließlich ins Technik- & City-Museum Otaru.




















Angefangen mit einer Dampflok „Rundfahrt“ oder eher Demonstration dann eine Tour durch das Eisenbahndepot zum Technik &City Museum Otaru.
Danach folgte eine Führung durch das ehemalige Nippon-Yusen-Zweigstellengebäude Otaru, eine Schifffahrts- und Handelsgesellschaft aus Tokio, die hier bereits 1906 ein prunkvolles Steingebäude im Stil der europäischen Renaissance errichten ließ. Es wurde von Satachi Shichijiro, einem Schüler des britischen Architekten Josiah Conder, entworfen und gilt bis heute als bedeutendes Kulturerbe der Stadt.






Besonders faszinierend fand ich die Ausstellung im Inneren, in der alte Baupläne und Fotos der damaligen Einrichtung und Technik speziell um dem harschen Winter in Hokkaido zu trotzen. Demnach war das Gebäude für die damalige Zeit außergewöhnlich modern: Es verfügte über doppeltverglaste Fenster, kettenbetriebene Stahl-Jalousien und ein Dampfkessel-Heizsystem im Keller, das mit warmem Dampf die Büros beheizte – eine Seltenheit im Japan der frühen 1900er Jahre.
Auch die Innenausstattung war beeindruckend: hohe Decken, Holzvertäfelungen, dekorative Wände mit vergoldetem Prägetapet „Kinkarakami“ und Räume, die bis heute den Glanz des wirtschaftlichen Aufbruchs in Otaru widerspiegeln.
Im Museum of History and Nature lernte ich außerdem viel über die Ainu, die Ureinwohner Hokkaidos – was ich wirklich sehr spannend fand. Ich hätte gerne einen Haori im Stil der Ainu, vielleicht finde ich morgen ja einen.









Gedanken, Zahlen und Rückenschmerzen
Ein Thema, das mich gerade ziemlich beschäftigt: Ich wache seit rund zwei Wochen jeden Tag mit Rückenschmerzen auf – entweder, weil das Bett so weich ist, dass ich komplett darin versinke, oder so bretthart, dass mir gefühlt die Wirbelsäule in den Brustkorb gedrückt wird. Vielleicht wird das ja ab dem 15., wenn ich im Hotel übernachte, endlich besser … hoffentlich.
Gestern musste ich meine Fahrkarte bereits zum dritten Mal mit 10.000 ¥ (rund 60 €) aufladen – damit bin ich heute bei etwa 140 € Fahrtkosten in den letzten zwei Wochen angekommen. Das geht eigentlich, wenn man bedenkt, dass ich fast täglich mehrere Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin.
Zum Vergleich: Für Eintrittspreise, Gondelfahrten und Aussichtsplattformen habe ich inzwischen schon über 250 € ausgegeben.
Die Unterkunftspreise sind leider spürbar gestiegen, obwohl der Yen gerade so schwach ist. Vor zwei Jahren gab es noch viele Angebote um die 30 € pro Nacht, mit ordentlichem Standard – mein Durchschnitt lag damals bei rund 40 €. Jetzt sehe ich teilweise Preise bis zu 99 € pro Nacht, was sicher auch an der hohen Touristenauslastung liegt. Der Durchschnitt wird sich wohl eher bei 60 € einpendeln.
Ich verfolge meine Kosten schon regelmäßig, um im Blick zu behalten, wofür ich wie viel ausgebe – aber ich merke deutlich, dass sich in den letzten zwei Jahren einiges verändert hat.
Abendessen und Spaziergang zur Unterkunft

