Gestern bin ich erst gegen 23 Uhr im Hotel angekommen. Ich musste noch Wäsche waschen und war durch die hohe Temperatur und Luftfeuchtigkeit komplett ausgelaugt – konnte aber trotzdem nicht schlafen. Also habe ich noch etwas am Handy gelesen, mit ein paar Leuten geschrieben und mich irgendwann dann doch hingelegt.
Heute bin ich nach einer wunderbaren Nacht in einem richtig guten Bett – endlich ohne Rückenschmerzen – kurz vor 11 Uhr aufgewacht 😅. Das war wohl dringend nötig.
Wie schon von der Wetter-App angekündigt, gab es heute Sturm- bzw. Unwetterwarnung mit mindestens sechs Stunden Regen – bei gleichzeitig 20 bis 27 °C.
Es war schwül, mit rund 90 % Luftfeuchtigkeit, und von 9 bis 16 Uhr wechselten sich Sonne, Regen und kurze Pausen ständig ab. Kaum war man draußen, fing es wieder an zu regnen. Das Wasser lief mir nur so runter. Schon zehn Minuten im Schatten mit T-Shirt und kurzer Hose reichten, um komplett durchgeschwitzt zu sein. Ich frage mich ernsthaft, wie all die Geschäftsleute das schaffen – hier laufen Männer und Frauen in Anzügen herum und sehen dabei immer noch unglaublich frisch aus. Ich dagegen war im absoluten Gamescom-Markus-Modus: müde, gebrochen, genervt – und wollte einfach nur irgendwo im Schatten sitzen und überleben.
Also habe ich mir ein paar Hobbyläden herausgesucht, die ich schon länger besuchen wollte: Animate Umeda, Surugaya, Volks Osaka, Hareruya und einige mehr.
Da ich bis dahin noch nichts gegessen hatte, bin ich zuerst zu Taikoudou gefahren. Dort gibt es Takoyaki (Teigbällchen mit gekochtem Oktopus und verschiedenen Toppings) und Taiyaki (eine neutrale Waffel in Fischform, die mit allerlei gefüllt werden kann).Ich hatte Takoyaki mit Käse und Standard-Toppings sowie zwei Taiyaki – eines mit Rindfleischeintopf-Füllung und eines mit Vanillepudding. Alles war superlecker!
Wenn es nicht 20 Minuten Bahn, 10 Minuten Bus und 15 Minuten Fußweg entfernt wäre, würde ich morgen direkt wieder hingehen.






Gestärkt, glücklich und im klimatisierten Laden gut runtergekühlt, bin ich draußen wieder voll gegen die Hitzewand gelaufen und habe mich dann auf den Weg zu den Hobbyläden gemacht.
Im Animate und Surugaya konnte ich einige tolle Sachen finden – war aber mal wieder völlig überwältigt von der Auswahl.

Im Hareruya, einem Laden für Magic-Spieler, habe ich einen Berliner getroffen, der gerade eine Gamble-Box für etwa 60 € gekauft hatte. In diesen Boxen sind ein paar normale Karten enthalten, aber das Spannende ist, welche „Special Card“ man zieht. Wir haben uns etwas unterhalten und dann zusammen die beste A-Rang-Karte für ihn ermittelt 😆.
Solche Sammelkartenläden haben oft Vitrinen mit Karten, die man nicht kaufen, sondern nur gewinnen kann. Die Karten sind in Ränge unterteilt – S, A und B – und werden aus den Boxen gezogen. Es gibt Gamble-Boxen für 6 €, 18 €, 60 € und 180 €.
Wie man mir erklärte (ohne ▄︻デ══━一), decken die normalen Karten in der Box etwa 50 % des Kaufwerts ab. Der eigentliche Reiz liegt in den Rang-Karten.Eine B-Rang-Karte bedeutet meist leichten Verlust im Vergleich zum Einzelkauf, A-Rang bringt Karten im Wert von etwa 40 – 120 €, und S-Rang kann Karten im Wert von 400 -600€ oder mehr enthalten. Die teuerste Vitrine, die ich gesehen habe, hätte wahrscheinlich den Preis eines kleinen Einfamilienhauses erreicht.

Später konnte ich noch mit ein paar anderen Spielern, die wie ich zufällig ihr Commander-Deck im Urlaub dabei hatten, zwei Runden spielen. Für mein erstes Spiel in Japan – und mit diesem Budget-Deck – habe ich mich eigentlich ganz gut geschlagen. Nur Würfel haben mir gefehlt. Leider habe ich mein Proxy-Deck zu Hause vergessen, das wäre noch n ganzes Stück stärker gewesen.

Am Abend ging’s dann durch den letzten Regenschauer im Sprint zum Bahnhof. Kurz darauf war ich endlich wieder im Hotel – Klimaanlage auf volle Pulle, eine Dusche, und ich war einfach nur froh, im Trockenen zu sein.







