Tag 22 – Etappenziel 1 verpasst.

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Früh ging es zum Matsuyama Castle – das steht mitten in der Stadt, auf einem Berg. Man kann zwar hochwandern, aber es gibt auch einen Sessellift oder eine Gondel.

Das Schloss ist wirklich beeindruckend: riesig, geschichtsträchtig und mit einer Aussicht, die ich so nicht erwartet hätte. Beim Bau scheint man sich gedacht zu haben: „Das darf niemals eingenommen werden.“ Und genau so ist es auch konstruiert.

Der „angenehme“ Weg nach oben ist gut bewacht; jeder andere Pfad hat das starke Potenzial, dass man sich etwas bricht oder völlig ausgelaugt oben ankommt.

Erster Verteidigungswall: zehn Meter hohe, steile Mauern. Dann geht es mehrfach links und rechts herum, stets im Blickfeld der oberen Mauern und Wachtürme. Erstes Tor, zweites Tor, drittes Tor – dazwischen steile Stufen und enge Kurven, bis man schließlich auf der großen Ebene steht. Dort gibt es nur ein paar Bäume und einen steilen Abhang.

Dann folgt eine riesige freie Fläche vor der eigentlichen Burg. Wieder Tore, Stufen, Kurven, Schießscharten und Wachposten. Durch das erste Tor, die nächste Treppe hoch, wieder ein Eingang – und dann steht man endlich im Inneren der Burg.

Drei Stockwerke höher: eine atemberaubende Aussicht über Matsuyama.

Der Ausflug hat zwar länger gedauert als geplant, war aber umso schöner. Beim Rundgang im Schloss habe ich übrigens einer blinden Dame geholfen, indem ich ihren Blindenhund die Treppen hinuntergetragen habe, als er sich nicht mehr getraut hat. Ein Moment, der mir wirklich im Gedächtnis geblieben ist.

Zum Mittag war dann der Dogo Onsen mein Ziel – und nein, da gibt’s nichts für Hunde, das heißt nur so. 😄Dieses historische Badehaus war übrigens auch eine Inspiration für Hayao Miyazaki, genauer gesagt für das Badehaus in „Chihiros Reise ins Zauberland“.

Am Nachmittag wollte ich endlich zum Sonnenuntergang zur Shimonada Station – einer der schönsten Küstenbahnhöfe Japans. – Ja, wollte.

Gegen 15 Uhr bin ich in den falschen Bus eingestiegen und erst zwei Haltestellen später dahintergekommen. Der Rückweg dauerte zu lange, sodass ich erst gegen 15:50 Uhr wieder am Bahnhof war – und der Zug war natürlich schon weg. Leider fährt dieser nur etwa alle zwei Stunden, weil die Strecke teilweise nur ein einzelnes Gleis hat.

Dann fing es auch noch richtig an zu regnen. Perfektes Timing. 😅

Ich war erstenmal bedient und bin also zurück ins Hotel und habe überlegt, wie ich das noch nachholen könnte:

  • Einen Tag länger bleiben? – dann verfällt mein Bahnticket.
  • Neues Hotel suchen? Mein jetziges war ausgebucht.
  • Nächstes Hotel verschieben oder im Zweifel stornieren und was neues suchen. – schwierig!
  • Oder: Morgen früh nach Shimonada fahren und dann weiter nach Tottori.
  • Morgen soll richtig gutes Wetter werden – sonnig, klar, keine Wolken, perfekt!

Also hab ich mich dafür entschieden. Aber mal ehrlich: Auf das Wetter hier kann man sich absolut nicht verlassen. Egal welche App – für Tokio oder Osaka stimmt’s meist, aber hier am letzten Zipfel von Shikoku? Fehlanzeige. Meistens passt nur die Vorhersage für die nächsten paar Stunden, wenn überhaupt.

Das war zumindest meine Erfahrung, kann aber auch sein, dass der Sturm vor der Westküste Japan’s für einiges verantwortlich war und die Wettermeldungen normalerweise zuverlässiger sind.

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