Tag 24 – Hokuei, die Heimat von Detective Conan

Posted on

Heute war einer der entspanntesten und dennoch faszinierendsten Tage.

Ich bin von Tottori nach Kurayoshi gefahren und von dort mit dem Bus weiter nach Hokuei – dem Ort, in dem Gosho Aoyama, der Schöpfer von Detective Conan, aufgewachsen ist.

Im nach ihm benannten Gosho Aoyama Manga Factory konnte man viel über seine Kindheit und seine ersten Werke erfahren.

Das Erste, was man beim Rundgang sieht, ist ein Brief von Aoyama selbst, den er zur Eröffnung des Museums geschickt hat. Darin drückt er seine Freude und Dankbarkeit aus, aber auch sein Bedauern, dass er nicht anwesend sein konnte – weil er durch die viele Arbeit kaum noch schläft. Früher, schreibt er, waren es drei Stunden Schlaf pro Nacht, jetzt sei es nur noch eine.

Das zeigt für mich wieder einmal, wie schlecht viele Menschen – besonders im kreativen Bereich – mit sich selbst umgehen. In Japan gibt es sogar ein eigenes Wort dafür: karōshi (過労死) – Tod durch Überarbeitung.

Am Eingang bekam man auch einen Rätsel-Bogen zur Detective Conan-Schnitzeljagd, die sich über mehrere Stationen in der Stadt verteilt. Im Museum selbst gibt es zusätzlich ein interaktives Smartphone-Rätsel mit vier Schwierigkeitsstufen, das man allerdings nur einmal pro Tag absolvieren darf. Wer alle Level und Belohnungen will, müsste also viermal ins Museum kommen.

Scheinbar finden zu besonderen Anlässen auch Rallyes durch die ganze Stadt statt – das war mir für einen Tag aber dann doch etwas zu viel.

Im zweiten Stock gibt es signierte Karten, Originalzeichnungen von Gosho Aoyama sowie alle Filmplakate der bisher 27 erschienenen Detective Conan-Filme.

Dort haben mich Flo und Chris angesprochen, weil sie beim Rätsel den ersten Hinweis übersehen hatten. Nachdem wir uns gut verstanden und gemeinsam gelacht haben, sind wir dann zusammen durchs Museum und die sechs verschiedenen Stationen der Stadt gezogen.

Geld haben wir natürlich auch reichlich dagelassen – zumindest Flo ist ein ähnlich großer Conan-Fan wie ich. 😁

Und den größten Fan haben wir wohl auch getroffen: Wir dachten erst, dieses Gebäude sei ein Merchandise-Laden in dem wir jetzt die halbe Urlaubskasse lassen. Aber es war tatsächlich ein Hostel, dessen Besitzerin eine riesige Conan-Sammlung besitzt. Sie war sichtlich stolz, hat uns hereingebeten und Fotos machen lassen – ich gebe zu, ein bisschen neidisch war ich schon.

Gegen 17 Uhr, als mein Zug fuhr, haben wir noch Kontakte ausgetauscht und uns verabschiedet. Flo und Chris reisen mit einem Camper quer durch Japan und hatten einige tolle Geschichten auf Lager.

Das wäre vielleicht auch mal eine Idee für das nächste Mal: einfach mit einem Camper durch Japan – frei, flexibel und unabhängig von Hotels oder Zugzeiten.

Der Tag endete mit für meine Verhältnisse „unterdurchschnittlichen“ 12.500 Schritten und 8,5 km, aber nach den letzten Regentagen, den verpassten Gelegenheiten und dem massiven Muskelkater in den Oberschenkeln war das heute einfach perfekt.
Ich hatte richtig viel Spaß. 😊

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert