Heute stand Kyoto auf dem Plan.
Ich habe ausgeschlafen und bin dann am Vormittag nach Kyoto gefahren, um die Burg Fushimi zu besuchen. Kaum angekommen, hat ein kurzer Regenschauer meinen Aufstieg für etwa 30 Minuten ausgebremst – aber danach konnte ich endlich los.
2,5 km bergauf, durch schmale Straßen, Treppen und Serpentinen.Die Anstrengung war irgendwie auch Antrieb, denn der Gedanke, dass mich oben ein großartiger Ausblick erwartet, hat mich durchhalten lassen.
⚠️ Triggerwarnung: Arachnophobie (bis zu den Bildern)
Den Fußweg am Waldrand hinter der Leitplanke habe ich lieber gemieden – wie scheinbar alle anderen auch. Die Wege waren stark zugewuchert, und in das erste Spinnennetz mit einer dieser riesigen japanischen Spinnen wäre ich fast Gesicht voraus hineingelaufen.Mir läuft’s jetzt noch kalt den Rücken runter.
Die Trichonephila clavata, auch bekannt als Jorō-Gumo (jap. „Prostituiertenspinne“), ist zwar giftig, kann mit ihrem Biss aber kaum die menschliche Haut durchdringen. Sollte das doch passieren, ist der Biss nicht gefährlich – vergleichbar mit einem Mücken- oder Bienenstich.








Oben angekommen, war die Burg Fushimi leider abgesperrt. Ein paar Gärtner waren gerade beim Mähen und Aufräumen, also blieb es bei zwei Runden um das Gelände und ein paar schönen Schnappschüssen – nix mit Aussicht auf die Stadt.
Da ich dadurch plötzlich mehr Zeit hatte als geplant, bin ich mit der Bahn nicht allzu weit gefahren und beim Komyo-in Tempel ausgestiegen. Dort gibt es einen wunderschönen Steingarten, aber wegen der beginnenden Herbstfärbung war eine rund 40-minütige Schlange – das war mir dann doch zu viel.
Am nahegelegenen Tofuku-ji-Tempel, bekannt für seinen kleinen Teich, habe ich einen größeren Bogen gemacht. Beim letzten Mal hatten mir die aggressiven Kyoto-Mücken derart zugesetzt, dass ich anschließend Kortisonsalbe brauchte.


























Vom Bahnhof bin ich dann weiter zum Kiyomizu-dera gefahren und dort den Berg hinaufgestiegen. Es war kurz nach drei, und ich hatte genug Zeit, um in Ruhe durch das gesamte Tempelgelände zu schlendern und Fotos zu machen.
Gegen 17 Uhr ging die Sonne unter – und ich konnte einige wirklich tolle Aufnahmen machen. In der Nachbearbeitung kann man sicher noch etwas herausholen, aber auch so gefallen sie mir schon richtig gut.









Danach bin ich vom Kiyomizu-Tempel aus nach rechts Richtung Yasaka-Schrein gelaufen – durch enge Gassen und Straßen voller traditioneller Holzhäuser mit den typischen Papierjalousien, schwarz geölten Fassaden und warmem Licht. Diese Atmosphäre löst so ein wunderbar wohliges nostalgisches Gefühl aus.
Wären da nicht so viele Touristen mit Smartphones und an jeder Ecke eine Fressbude, könnte man sich fast in eine andere Zeit versetzt fühlen.
Anschließen bin ich vom Kiomizu Tempel rechts Richtung Yasaka Tempel durch die vielen kleinen Straßen und Gassen entlang geschländert. Die alten Holzhäuser mit den Papierartigen Jalousien, den schwarz geölten Holzverkleidungen und dem warmen Licht entlockt einem so ein wollig warmes und nostalgische Gefühl. Durch die noch altertümlichen ausschauenden und unebenen Steinwege, Laternen die auch hier alles in ein warmen orange tauchen könnte man sich fast in die Zeit zurück versetzt fühlen, wären nicht so viele Touristen mit Smartphones unterwegs und an jeder Ecke eine Fressbude.
Ich habe es schon einmal gesagt, und ich sage es wieder: Ich kann den Unmut vieler Japaner über den Tourismus ein Stück weit nachvollziehen – auch wenn dieser von offizieller Seite stark gefördert wird. Als ich den Berg hinauflief, kam am Parkplatz gleich mehrere Busse voller Schüler*innen in Uniform an, und ich fühlte mich zwischen ihnen ehrlich gesagt etwas unwohl beim Fotografieren.
Gegen Abend haben meine Füße dann richtig geschmerzt, und irgendwann wollte ich nur noch zurück. Laut Google Maps war der schnellste Weg etwa 2,5 km – vom Tempelgebiet über den Yasaka-Schrein, dann links die Hauptstraße entlang bis zur Kyoto-Kawaramachi Station. Von dort ging es mit der U-Bahn und einem Umstieg in etwa 90 Minuten zurück ins Hotel.
26.000 Schritte, etwa 18 km und keine Ahnung wieviele Höhenmeter später sitze ich jetzt im heißen Fußbad und merke: Mein Fußgelenk tut ordentlich weh – morgen werde ich es wohl etwas ruhiger angehen müssen.