Nach einer anstrengenden Nacht, in der ich mehrfach mit Rückenschmerzen aufgewacht bin, ging um 7 Uhr früh vorbei. Ein paar Dehnübungen später habe ich mich nochmal versucht anders hinzugelegen, bevor es dann gegen 11 Uhr endlich losging – auf nach Enoshima.
Der Bus fährt direkt vom Bahnhof Fujisawa auf die Insel und hält schon direkt vor den Fressbuden. Ich war ehrlich gesagt sofort in Versuchung, mir erst einmal den Bauch vollzuschlagen, bevor ich überhaupt etwas leiste.







Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Insel ist der Enoshima-Schrein, der Benten, der japanischen Göttin für Wohlstand, Musik und Wissen, gewidmet ist. Auf beiden Seiten der Insel erstrecken sich Badestrände, die besonders bei Surfern und Tagesbesuchern beliebt sind. Auf der südlichen Seite ragen Felsen ins Meer, auf denen Angler und Fotografen gleichermaßen ihren Platz finden.
Dann begann der Aufstieg – rückblickend wars gar nicht so lang, wie es sich währenddessen anfühlte, aber meine Oberschenkel haben gebrannt und ich musste bei dem hin und her mehrfach Pause machen.








Oben angekommen, habe ich eine großzügige Runde durch den botanischen Garten gedreht und mir anschließend einen Tee und Kuchen gegönnt. Unter einem Pavillon, im Schatten von Palmen, konnte ich auf einem Holzdeck wunderbar entspannen und den Ausblick genießen.








Das nächste Ziel war die Enoshima Sea Candle – der große, abends beleuchtete Aussichtsturm an der höchsten Stelle der Insel, der wie eine überdimensionale Kerze aussieht.





Von der oberen Plattform aus konnte man über die gesamte Insel blicken. Doch das eigentlich Faszinierende war nicht die Aussicht, sondern die zahlreichen wilden Falken, die hier leben. Man kann sie ganz nah beim Gleiten im Wind und sogar beim Jagen beobachten. (nur sind die echt schnell und da gute Fotos machen ist schwierig, daher hier ein paar Bilder von Profis)

Es gibt hier so viele von ihnen, dass sie längst an Menschen gewöhnt sind – ähnlich wie Möwen an der Nordsee. Überall stehen jedoch Warnschilder: Man soll nur in überdachten Bereichen essen, denn die Falken greifen blitzschnell nach Essen, und ihre Krallen sind messerscharf. Offenbar gab es schon einige Verletzungen.
Nachdem ich die Sonne und den Wind auf der Plattform genossen hatte, ging es zurück in den Garten. Von dort aus führt ein Weg bis hinunter zur Südseite der Insel – direkt auf Meereshöhe – zu den Iwaya-Höhlen.











Der erste Teil der Höhlen ist mit Statuen geschmückt und fast wie ein unterirdischer Tempel gestaltet. Danach führt der Weg nach draußen und über eine kleine Brücke zur zweiten Höhle, die einem Drachen gewidmet ist. (Meine Bilder sind nicht wirklich was geworden, weil komplett überfüllt war und dann hab ich es irgendwann gelassen)
Einen Rundgang mit allen Treppen, Wegen und der Bootsfahrt zurück könnt ihr euch hier ansehen:
https://www.youtube.com/watch?v=_T4GyogDKtQ
Ich bin anschließend denselben Weg wieder hoch und über die Haupttreppe zurück nach vorn gegangen – ich wollte unbedingt noch ein paar Postkarten kaufen, die ich in den nächsten Tagen schreiben werde. Das werden wohl die letzten sein, denn wenn ich in Tokio bin, will ich einfach nur noch ein bisschen Teil der Gesellschaft sein – ohne Plan, einfach ein bisschen Alltagsleben.






Zum Abschluss des Tages ging es noch kurz zur Kamakurakōkō-mae Station und von dort zum berühmten Bahnübergang mit Meeresblick. (aus dem Manga und Anime Slam Dunk) Nur leider ist der mittlerweile so bekannt geworden, dass man dort keine Fotos mehr machen darf – Angestellte stehen tagsüber vor Ort und sorgen dafür, dass niemand den Verkehr behindert. Es gibt zwar einen offiziellen Foto-Spot, doch der bietet leider nicht denselben Blickwinkel wie der berühmte Übergang selbst.
Daher die ersten zwei Bilder sind nicht von mir. So schaut es normalerweise auf Postkarten und Werbepostern aus.