Der Tag begann um 8 Uhr. Ich habe geduscht, gefrühstückt und schon den Großteil meines Gepäcks ins Auto gebracht – nur um draußen festzustellen, dass ich komplett eingepackt war.Damit ich nicht in der Kälte herumstehen musste, bin ich noch einmal zurück in die Unterkunft, habe in Ruhe meine Route gespeichert und dann die letzten Sachen geholt.
Als ich gerade wieder raus wollte, kam mir glücklicherweise die Besitzerin der Wegfahrsperre entgegen, entschuldigte sich und ließ mich rausfahren.
Die Straßen und Parkplätze dort sind so unglaublich schmal, dass ich jedes Mal beim Parken geschwitzt habe.Die letzten 200 Meter Zufahrt haben immer drei Minuten gedauert, weil auf beiden Seiten die Abstandssensoren rot geleuchtet haben – teilweise hatte ich vielleicht 5 cm Luft pro Seite.Und die Steine, die da überall lagen, waren definitiv absichtlich so platziert.
Nachtrag: Ich habe mir die Stelle eben in Google Maps angeschaut. Die Fotos sind älter – damals war noch Platz. Jetzt hat der Nachbar den Durchgang absichtlich verengt, Beete angelegt und parkt selbst genau in der einzigen Ein- und Ausfahrt. Da muss es wohl schon Streit gegeben haben… oder die Nachbarn mögen nicht, dass der Vermieter 500 € pro Woche pro Woche an Touristen verdient.



Ein Kei-Car wäre perfekt gewesen. Ein Kei-Car ist grob 30 cm schmaler – ich wäre komplett problemlos durchgekommen. Außerdem finde ich die Autos einfach so endlos cool. Ich würde mir wirklich gern selbst so einen kaufen.



Endlich frei ging es um 10 Uhr los zum Yamanaka-ko. Beim ersten Besuch habe ich den Fuji wegen des Wetters nicht gesehen – diesmal schon, auch wenn der Himmel recht düster war.
Von dort bin ich durch wilde Bergpässe, weite und enge Kurven, Serpentinen und verschnörkselte Wege zur Gotemba 5th Station gefahren. Das ist einer der höchstmöglichen Punkte, die man mit Auto oder Bus erreichen kann. Überall gab es Warnschilder wegen Bären und anderen wilden Tieren – aber das Einzige, was mich „angegriffen“ hat, waren unzählige Insekten in allen möglichen Farben und Größen. Ich war bei dem Fahrstress auch entsprechend am Schwitzen.












Und diese offenen Regenrinnen … die sind tief. Kommt man zu nah ran, setzt das Auto auf oder verkeilt sich das Rad. Da möchte ich mir gar nicht ausmalen, was dann passiert.
Ich bin vom Parkplatz ungefähr 500–800 Meter bergauf gelaufen.
Der Boden besteht dort aus lockerem Vulkangestein, das sich anfühlt wie eine riesige Kiesdüne, auf der man ständig wegrutscht.
Aber der Ausblick war fantastisch.
Luftlinie sind es von dort nur etwa 5 km zum Gipfel – aber der reguläre Wanderweg ist wegen der Steilheit ungefähr 12 km lang.
Nach diesem großartigen letzten Fuji-Ausblick ging es zurück nach Gotemba, um das Auto abzugeben, ein Busticket nach Shinjuku (Tokio) zu kaufen und dann die 2-stündige Busfahrt zu genießen.
In Tokio wurde es noch einmal etwas stressig, weil mein neues Zimmer zwar günstig ist, aber ziemlich weit außerhalb liegt – und ich musste rechtzeitig dort sein, weil mich der Vermieter persönlich empfangen wollte.
Um 16 Uhr war ich endlich da, habe eine kurze Einweisung bekommen und mich dann erstmal hingelegt. Mein Koffer macht inzwischen bei jedem Meter Probleme, und ich war einfach nur froh, ihn die nächsten zwei Wochen nicht schleppen zu müssen.
Ach ja – der Leihwagen hat für 400 km gerade einmal 12 € Sprit verbraucht. Die Mietkosten von 200 € für 5 Tage waren zwar höher, aber ehrlich? Jeden Cent wert. So viel Freiheit wie am Fuji hatte ich noch nie auf meinen Reisen. Ich gehe jetzt schlafen – mal sehen, ob ich morgen überhaupt etwas zu erzählen habe.