Gestern Abend hat mich mein Vermieter noch gefragt, ob es möglich wäre, meiner neuen Mitbewohnerin nachts die Tür zu öffnen, da sie unglaubliches Pech mit ihren Flügen hatte. Sie kam so verspätet an, dass sie eventuell sogar ein Taxi nehmen musste, weil keine Züge mehr fuhren.
Also sollte ich gegen 1–2 Uhr nachts wach sein. Da ich ja sowieso da war, habe ich zugestimmt … und dann eigentlich nur im Bett gelegen und gelesen.
Sie kam dann irgendwann gegen halb 3 und hat sich überschwänglich bedankt und entschuldigt – obwohl sie ja absolut nichts dafür konnte.
Lion-do – Kleidungssuche in Sumo-Größen
Nach einem eher späten Frühstück bin ich Richtung Skytree aufgebrochen, denn dort in der Nähe liegt Lion-do, das Kleidungsgeschäft mit Sumo-Größen bis 10XL.
Dort habe ich zwei Amerikanerinnen getroffen – Isabelle und ihre Schwiegermutter Patricia aus New Jersey. Sie wollten für den Ehemann bzw. Sohn einen Yukata kaufen.
Leider gab es keine passenden Größen mehr, und da der Verkäufer nur sehr begrenzt Englisch konnte, habe ich kurz ausgeholfen und erklärt, was Samue und Jinbei sind.
Da ich wohl ähnliche Proportionen wie ihr Ehemann habe, wurde ich kurzerhand zur lebenden Anprobe-Puppe. Sie haben sich dann für einen Samue entschieden und für mich selbst habe ich dann auch einen eingepackt.
Leider gab es weder Latzhosen noch Yukata, Nightwear oder ein Steteko-Set in meiner Größe. Jinbei waren da, aber die Muster waren nicht wirklich mein Geschmack.

Jinbei

Samue

Yukata mit Gürtel (Obi) und Jacke (Haori)

Gibt auch moderne Haori und generell geh die oft bis über die Knie und sind vorn immer offen, werden auch nicht geschlossen. Finde ich sind unglaublich schöne Kleidungsstücke und noch mehr wenn man nicht so nen dicken Bauch hat.
Die Enttäuschung so gut nichts bekommen zu haben was ich wollte, war aber groß genug, dass ich anschließend das komplette Internet durchwühlt habe, um weitere Plus-Size-Läden zu finden.
Einige habe ich gefunden – allerdings: Man muss vorher online Termine ausmachen.
Dazu oft eine Anzahlung leisten, die nur beim Kauf angerechnet wird. Viele hatten schlicht nichts über 3xl und bei denen, die zugesagt haben, ging es sofort um maßgeschneiderte Stücke.
Preisansage: 80.000–100.000 ¥ pro Kleidungsstück. Also 400–550 €. Und ganz ehrlich … das ist es mir nicht wert.




Bilder vom späten Heimweg
Fazit des Tages
Es ist heute leider nicht viel passiert. Kaum Bilder, kaum Sightseeing – die Priorität lag komplett auf Kleidung. Aber wenigstens ein Samue ist es am Ende geworden.
Und ganz ehrlich: Für die Preise, die man hier für maßgefertigte Sachen zahlt, kaufe ich mir wohl einfach eine neue Nähmaschine und mache Yukata, Jinbei & Co. selbst oder lasse sie in Deutschland anfertigen. Ein Buch mit richtigen Schnittmuster kostet auch nicht die Welt – So schwer kann das schließlich nicht sein. Einen Yukata als Muster hab ich ja… Der könnte aber auch gern noch ein paar cm weiter sein oder mein Bauch schmäler. 😅
Nachtrag 2: Trotz penibelst befolgter Waschanleitung ist der Samue gut eingegangen🤨, ich dachte ich trag den hier im Airbnb am Abend usw. … Yay das wird ein Spaß. 😮💨