Tag 50 – Shinjuku Neon Tokio

Ich habe heute lange geschlafen, um das Ungleichgewicht der letzten Nächte ein bisschen auszugleichen. Gegen 10 bin ich aufgestanden, habe um 11 gefrühstückt und dann ziemlich viel Zeit mit Lesen verbracht – bis 14 Uhr hat es nämlich wie aus Eimern geschüttet.

Als der Regen endlich nachließ, bin ich in Tokiwadai, in der Nähe meines Airbnb, an einem kleinen Schrein vorbeigekommen und habe dort erstmal die Götter begrüßt.

Ich versuche jeden Tag ein paar andere Wege zu gehen, damit es nicht eintönig wird – und man findet wirklich jedes Mal etwas Neues.

Danach ging es zu Fuß südlich am Gleis entlang Richtung Ikebukuro.

Hier sieht Tokio wieder komplett anders aus: viele Wohnhäuser, weniger Hochhäuser oder Hotels, kleine Shops und Imbisse, einzelne Konbinis, ein paar Baustellen – aber keine grellen Lichter, keine Musik, keine Menschenmassen, keine Schulmädchen oder jungen Leute, die Werbung verteilen oder Gäste anwerben.

Abends gibt es zwar auch hier Bars und Kneipen, wo Leute vor der Tür stehen, aber nicht annähernd in der Masse wie mitten in Tokio.

Da es durch meinen Spaziergang schon recht spät geworden war, bin ich direkt weiter zum Tokyo Metropolitan Government Building. Dort gibt es zwei Aussichtsplattformen – Nord und Süd. Heute war die südliche geschlossen, dafür war die nördliche bis 22 Uhr geöffnet. Normalerweise schließen beide um 20 Uhr, wenn sie gleichzeitig offen sind.

Ich finde Shinjuku optisch richtig schön – allein der Weg dorthin ist beeindruckend.

Von unten sah das Gebäude mit seiner Beleuchtung schon richtig stark aus, aber von oben war es einfach nur magisch:45 Stockwerke hoch, coole Beleuchtung der Türme selbst und ein fantastischer Blick über die belebten Viertel Shinjuku, Ikebukuro und Shibuya – wobei Shibuya etwas verdeckt war, da dort der südliche Turm im Weg steht.Aber in der Dunkelheit erkennt man ohnehin eher die helleren Gebiete und vor allem die gut beleuchteten Stationen der Yamanote-Linie. Die springen einem direkt ins Auge. Aber schaut selbst:

Nach mehreren Runden im Kreis habe ich mir einen lila Süßkartoffel-Milchshake gegönnt. Der war überraschend lecker. Danach bin ich wieder nach unten gegangen – nur um direkt festzustellen, dass im Gartenbereich Kunstrasen ausgelegt worden war, damit man sich hinlegen und die Lichtershow am Gebäude anschauen kann.

Ich habe ungefähr 30 Minuten zugeschaut, und es hat sich in der ganzen Zeit nichts wiederholt. Es war zwar kein Film oder etwas Durchgehendes, aber viele kleine, musikuntermalte Animationen, die fast so wirken, als wären sie speziell für diese „Leinwand“ produziert worden. Wenn man genauer hinschaut, sieht man, dass wirklich nur die Fassade selbst und nicht die Fenster beleuchtet werden.

Wenn ihr mehr sehen wollt:

https://youtu.be/8yU0QI2yh54?si=HfP9X7pntDpVxzws

Die Musik nervt auf Dauer ein bisschen: https://youtu.be/A1iz_v7WpPE?si=FFTNTVnYrm977rDO

Auf dem Heimweg hab ich auch noch ein paar Bilder gemacht aber das wars dann für den Tag.

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